SharePoint Workflows sind seit dem 2. April 2026 abgeschaltet — was jetzt wirklich hilft
SharePoint Power Automate Workflow Migration SharePoint 2013 Microsoft 365

SharePoint Workflows sind seit dem 2. April 2026 abgeschaltet — was jetzt wirklich hilft

SharePoint 2013 Workflows laufen seit dem 2. April 2026 nicht mehr. Kein Aufschub, keine Extension. Dieser Praxisguide zeigt, wie Mittelständler ihre betroffenen Workflows identifizieren und wohin sie migrieren.

07.04.2026

SharePoint Workflows sind seit dem 2. April 2026 abgeschaltet — was jetzt wirklich hilft

Am 2. April 2026 hat Microsoft SharePoint 2013 Workflows in SharePoint Online abgeschaltet. Kein Aufschub. Keine Verlängerung. Keine Gnade.

Wer an diesem Datum noch auf Legacy-Workflows gesetzt hat, hat jetzt defekte Prozesse. Genehmigungen laufen ins Leere. Benachrichtigungen kommen nicht an. Dokumenten-Routing funktioniert nicht mehr.

Dieser Artikel erklärt, was genau passiert ist, wie du herausfindest ob du betroffen bist — und welche Migrationspfade wirklich Sinn ergeben.


Was am 2. April 2026 passiert ist

Microsoft hat den SharePoint 2013 Workflow-Engine in allen Microsoft 365 und SharePoint Online Tenants dauerhaft deaktiviert. Das betrifft:

  • SharePoint Designer Workflows (2013-Engine)
  • Nintex Workflow for Office 365 (basiert auf der 2013-Engine, Support schon seit 31.12.2025 weg)
  • Jede Third-Party-Lösung die auf dem SharePoint 2013 Workflow-Backend aufbaut

Was nicht betroffen ist:

  • SharePoint Server 2016, 2019 und Subscription Edition (OnPrem) — dort laufen Workflows weiter, bis der Server selbst das Support-Ende erreicht
  • Power Automate Flows (die sind der Nachfolger, nicht Legacy)
  • SharePoint-Listen-Regeln (die “einfachen” automatischen Benachrichtigungen in modernen Listen)

Kurze Zeitlinie:

  • November 2020: SharePoint 2010 Workflows abgeschaltet
  • April 2024: 2013 Workflows für neue Tenants deaktiviert (kein Opt-in mehr)
  • 2. April 2026: 2013 Workflows für alle bestehenden Tenants abgeschaltet

SharePoint 2010 bekam damals mehrere Verlängerungen. SharePoint 2013 bekam keine. Microsoft hat das von Anfang an kommuniziert.


Bin ich überhaupt betroffen?

Wahrscheinlich ja — wenn ihr SharePoint seit mehr als 3-4 Jahren nutzt. Die 2013-Engine war lange der Standard für alles was über eine einfache Listen-Benachrichtigung hinausgeht.

Typische Szenarien:

  • Genehmigungsworkflows für Dokumente in SharePoint (z.B. Verträge, Rechnungen)
  • Benachrichtigungs-Workflows bei Listenänderungen
  • Mehrstufige Freigabeprozesse
  • Alles was mit “SharePoint Designer” gebaut wurde

So prüfst du es: Microsoft stellt das Microsoft 365 Assessment Tool bereit. Es scannt deinen Tenant und erstellt einen Power BI Workflow Report — mit allen Sites und Listen die noch 2013-Workflows hatten.

Wichtig: “hatten” ist das richtige Wort. Die Workflows laufen nicht mehr. Aber die Definitionen sind noch als XML sichtbar — das hilft bei der Analyse was neu gebaut werden muss.


Die drei realistischen Migrationspfade

1. Power Automate (Cloud) — der Microsoft-Standard

Power Automate ist der offizielle Nachfolger. Teil der Power Platform, Low-Code/No-Code, direkt in Microsoft 365 integriert.

Vorteile:

  • Direkte Integration in SharePoint, Teams, Outlook, Excel und 700+ weitere Apps
  • Keine separate Infrastruktur
  • Wird aktiv weiterentwickelt (KI-Features, Copilot-Integration)
  • Microsoft stellt das SharePoint Migration Tool (SPMT) bereit — das kann einfache Standard-Workflows (Approval, Collect Feedback) teilautomatisiert migrieren

Grenzen:

  • Komplexe Custom-Workflows (mehrstufige Genehmigungen mit Ausnahme-Logik, Legacy-Datenbankanbindungen) müssen manuell neu gebaut werden
  • Lizenzierungskosten: Basic-Flows in M365 enthalten, Premium-Konnektoren (SQL, SAP, etc.) kosten extra
  • Cloud-Daten: Flows laufen in der Microsoft Cloud — für strenge Datenschutzanforderungen ggf. relevant

Empfohlen für: Organisationen die Microsoft 365 vollständig in der Cloud nutzen, einfache bis mittlere Workflow-Komplexität.

2. Power Automate mit On-Premises Data Gateway

Für Hybrid-Szenarien: Power Automate in der Cloud, aber mit Anbindung an OnPrem-Systeme via Gateway.

Vorteile:

  • Moderne Cloud-Oberfläche + Zugriff auf interne Systeme (SQL Server, SAP, File Shares)
  • Daten verlassen nur kontrolliert die eigene Umgebung

Grenzen:

  • Infrastruktur für Gateway-Server notwendig
  • Etwas mehr Komplexität in Setup und Wartung

Empfohlen für: Mittelstand mit OnPrem-Systemen (ERP, Datenbanken) die weiterhin eingebunden werden müssen.

3. SharePoint OnPrem bleiben (kurzfristig)

Wer noch auf SharePoint Server 2016, 2019 oder Subscription Edition (SE) läuft: die 2013-Workflows laufen dort noch weiter.

Aber: Das ist kein Dauerzustand.

  • SharePoint Server 2016 und 2019: End of Support Juli 2026 (ja, in drei Monaten)
  • SharePoint SE: noch länger supportet, aber auch irgendwann weg

Empfohlen für: Wer sowieso eine geordnete Migration zu SharePoint Online plant und die Workflows dabei gleich mit neu baut. Kein „weiter so” auf Dauer.


Was macht eine Migration aufwändig?

Die ehrliche Antwort: Es kommt sehr darauf an.

Einfache Workflows (eine Genehmigung, eine Benachrichtigung) lassen sich oft in 1-2 Stunden in Power Automate nachbauen. Das Microsoft Migration Tool unterstützt dabei für Standard-Prozesse.

Komplex wird es wenn:

1. Legacy-Logik nicht dokumentiert ist
Viele Workflows wurden vor Jahren gebaut und seitdem nicht mehr angefasst. Niemand weiß mehr genau was sie tun — bis sie aufhören zu funktionieren. Assessment kommt vor Migration.

2. Mehrstufige Genehmigungen mit Ausnahmen
Genehmigung durch Person A, falls nicht verfügbar Person B, falls Betrag > 10.000€ noch Person C. Das ist in SharePoint Designer oft in Spaghetti-XML gebaut. In Power Automate gut lösbar — aber nicht in einer Stunde.

3. Anbindung an Nicht-Microsoft-Systeme
Workflows die in ERP-Systeme, Datenbanken oder Drittsysteme schreiben: brauchen Premium-Konnektoren oder Custom Connectors in Power Automate. Oder das On-Prem Gateway.

4. Nintex-spezifische Features
Nintex hatte Features die Power Automate so nicht hat (bestimmte Schleifentypen, Nintex-eigene Formulare). Diese müssen nicht nur migriert, sondern konzipiert werden.


Entscheidungsmatrix: Welcher Weg für welche Situation?

SituationEmpfehlung
Einfache Approval-Flows, alles in M365 CloudPower Automate direkt, SPMT nutzen
Mittlere Komplexität, reine CloudPower Automate, manueller Neuaufbau
OnPrem-Systeme müssen angebunden bleibenPower Automate + On-Prem Data Gateway
Noch auf SharePoint Server (SE)Short-term: weiterlaufen lassen, parallel migrieren
Komplexe Nintex-WorkflowsAnalyse zuerst, dann Konzept — Beratung empfohlen
Datenschutz extrem kritischEvaluierung: Power Automate Government Cloud oder OnPrem

Nächster Schritt: Inventory vor Action

Bevor irgendetwas neu gebaut wird:

  1. Microsoft 365 Assessment Tool ausführen — komplette Liste aller Legacy-Workflows
  2. Priorisieren: Welche Workflows sind business-kritisch? Welche sind tot (laufen schon lange nicht mehr, keiner hat’s gemerkt)?
  3. Komplexität einschätzen: Standard (SPMT machbar) vs. Custom (manueller Neuaufbau)?
  4. Ressourcen klären: Interne Kapazität für Neuaufbau? Oder externe Unterstützung?

Die häufigste Falle: der erste Workflow läuft in Power Automate. Alle freuen sich. Dann kommt der zwanzigste — und der ist achtmal so komplex. Ohne Gesamtinventar keine realistische Einschätzung.


Was WITC dabei kann

Wir haben SharePoint-Workflow-Migrationen begleitet — von der Assessment-Phase bis zum Live-Betrieb. Klassische Szenarien:

  • Bestandsaufnahme welche Workflows noch aktiv genutzt werden (vs. Zombie-Workflows die niemand mehr kennt)
  • Konzeption des Migrationspfads (Power Automate Cloud, Gateway, Hybrid)
  • Neuaufbau komplexer Workflows die das SPMT nicht schafft
  • Nintex-to-Power-Automate-Migrationen

Ein Erstgespräch (30 Min, kostenlos) reicht oft für eine erste Einschätzung: was ist betroffen, wie komplex, was kostet es realistisch.

Erstgespräch buchen


Zusammenfassung

  • SharePoint 2013 Workflows sind seit dem 2. April 2026 abgeschaltet — kein Aufschub
  • Nintex Workflow for Office 365 ist ebenfalls weg (basierte auf der gleichen Engine)
  • Erster Schritt: Microsoft 365 Assessment Tool — Inventory vor Migration
  • Hauptpfad: Power Automate (Cloud), ggf. mit On-Premises Data Gateway für Hybrid-Szenarien
  • Komplexität variiert stark — ohne Inventory keine realistische Aufwandsschätzung
  • OnPrem-SharePoint läuft noch — aber auch dort tickt die Uhr (Juli 2026 für 2016/2019)

Wer jetzt strukturiert vorgeht, vermeidet das Szenario das wir 2020 bei der 2010-Abschaltung oft gesehen haben: Workflows die keiner kannte — bis sie aufgehört haben zu laufen.

SharePoint & Intranet

Euer SharePoint kann mehr.

Ob modernes Intranet, strukturierte Dokumentenablage oder bessere Auffindbarkeit — wir zeigen euch in einem kurzen Gespräch, wo der schnellste Weg zu messbaren Ergebnissen liegt.