Einleitung
Microsoft hat Copilot Memory vorgestellt – eine neue Funktion, die die KI‑Antworten in Microsoft 365 persönlicher macht. In einem Technik‑Community‑Beitrag vom 14. Juli 2025 beschrieb Microsoft, dass Copilot dank dieser Erinnerung „more in tune with how you work“ ist, weil wichtige Fakten zu Ihrer Arbeitsweise gespeichert werden. Anders als bei herkömmlichen Chatbots müssen Sie Ihre Vorlieben nicht immer wiederholen – Copilot merkt sich Ihre bevorzugten Tools, Antwortformate und sogar Details aus Ihrem Profil wie Stellenbezeichnung und Standort.
Die Ankündigung warf allerdings Fragen zur Verfügbarkeit auf: Der Microsoft‑Beitrag versprach die allgemeine Verfügbarkeit bereits im Juli 2025, während die Message‑Center‑Benachrichtigung MC1127234 vom 1. August 2025 den September 2025 als Starttermin nennt. Unabhängig vom genauen Datum ist klar, dass Copilot Memory als Standardfunktion ausgerollt und fortlaufend verbessert wird. In diesen Blog‑Beitrag erfahren Sie, was die Neuerung leistet, wie Sie Erinnerungen hinzufügen, welche Verwaltungsoptionen es für Unternehmen gibt und warum Personalisierung der Schlüssel zu produktiven KI‑Anwendungen ist.
Was ist Copilot Memory?
Copilot Memory dient als Gedächtnis für Ihre digitalen Assistenten. Es speichert kurze Anweisungen und Kontextinformationen, die Sie Copilot mitteilen, und nutzt diese bei künftigen Antworten. So kann Copilot etwa darauf achten, Informationen kompakt zusammenzufassen, in Euro und US‑Dollar zu antworten oder für PowerShell‑Aufgaben standardmäßig das Microsoft Graph PowerShell SDK zu verwenden. All diese Präferenzen werden als Erinnerungen gespeichert, sodass Sie sie nicht bei jedem Prompt neu formulieren müssen. In den Einstellungen können Sie Erinnerungen einsehen, einzelne Einträge löschen oder die Funktion komplett deaktivieren.
Hinweis: Copilot speichert auch grundlegende Profilinformationen wie Ihre Rolle im Unternehmen und Ihren Standort aus Entra ID. Diese Informationen helfen der KI, Antworten noch besser zu personalisieren. Bei sensiblen Inhalten sollten Sie daher bewusst entscheiden, was dauerhaft gespeichert werden soll.
Das Hinzufügen von Erinnerungen funktioniert derzeit über den Copilot Chat (Business Chat). Formulieren Sie dort einfach eine Anweisung wie:

Abbildung 1: Erinnerung hinzufügen (Bildquelle: Office 365 for IT Pros)
„Merke dir, dass ich PowerShell‑Code gern mit dem Microsoft Graph PowerShell SDK schreibe.“
Copilot antwortet darauf mit „memory updated“ und speichert Ihre Vorgabe. Anschließend können Sie im Personalization‑Bereich mehrere Erinnerungen hinzufügen oder bestehende Einträge bearbeiten. Interessant ist, dass Copilot ähnliche Anweisungen zusammenfasst, um die Einträge übersichtlich zu halten.
Die Erinnerungen wirken sich auf sämtliche Copilot‑Instanzen in Microsoft 365 aus. Fragen Sie Copilot beispielsweise nach PowerShell‑Beispielen, berücksichtigt der Assistent automatisch, dass Sie das Graph‑SDK bevorzugen. Das spart Zeit und sorgt für konsistente Ergebnisse.
Nutzung der Erinnerungen in der Praxis
Nachdem Sie einige Erinnerungen erfasst haben, reagiert Copilot entsprechend. Im Test bat der Autor des Quellartikels Copilot, eine Liste von Entra‑ID‑Benutzern per PowerShell zu erstellen. In der Antwort war das Graph PowerShell SDK bereits eingebunden, weil diese Präferenz als Erinnerung gespeichert worden war. Dies zeigt, wie Copilot Memory komplexe Abläufe automatisiert und Rückfragen reduziert. Indem Sie Ihre bevorzugten Tools, Konvertierungsregeln oder Formatierungen als Erinnerung festhalten, können Sie Ihre tägliche Arbeit beschleunigen.

Abbildung 2: Copilot Memory in Aktion (Bildquelle: Office 365 for IT Pros)
Verwaltungsmöglichkeiten für Unternehmen
Unternehmen können Copilot Memory zentral steuern. Microsoft stellt im Microsoft Graph die Ressource Enhanced Personalization zur Verfügung. Standardmäßig ist Copilot Memory auf Organisationsebene aktiv (isEnabledInOrganization =True). Mit den richtigen Rechten – der angemeldete Benutzer benötigt mindestens die Rolle People Administrator und die Berechtigung PeopleSettings.ReadWrite.All – lässt sich die Einstellung per Graph‑API abfragen oder ändern. Um die Erinnerung tenant‑weit abzuschalten, setzen Sie den Wert isEnabledInOrganization auf false und senden den Patch an die Ressource. Innerhalb weniger Minuten ist Copilot Memory dann für alle Benutzer deaktiviert.
Sie können die Funktion aber auch selektiv nutzen. Möchten Sie beispielsweise nur bestimmte Teams oder Geschäftsbereiche ausschließen, erstellen Sie eine Entra‑ID‑Gruppe mit den betroffenen Benutzern und tragen deren Gruppen‑ID im Feld disabledForGroup ein. Danach bleibt Copilot Memory für alle übrigen Anwender aktiv. Dieses Vorgehen ermöglicht es, Datenschutzanforderungen zu erfüllen und dennoch innovative Funktionen zu pilotieren.
Mehr Personalisierung macht Copilot nützlicher
PowerShell: Copilot Memory verwalten
# Modul installieren (falls nötig) und anmelden
Install-Module Microsoft.Graph -Scope CurrentUser -Force
Import-Module Microsoft.Graph
# Beta-Endpunkt verwenden
Select-MgProfile -Name “beta”
# Mit den richtigen Berechtigungen anmelden
Connect-MgGraph -Scopes “PeopleSettings.ReadWrite.All”
# Aktuelle Einstellung prüfen
$Uri = “https://graph.microsoft.com/beta/copilot/settings/people/enhancedpersonalization”
Invoke-MgGraphRequest -Method Get -Uri $Uri
# Copilot Memory tenant-weit deaktivieren
$Settings = @”{
“isEnabledInOrganization”: false
}”
Invoke-MgGraphRequest -Method Patch -Uri $Uri -Body $Settings -ContentType “application/json”
# Nur für eine Benutzergruppe deaktivieren
$GroupId = (Get-MgGroup -Filter “displayName eq ‘Users disabled for Copilot Memory’”).Id
$Settings = @”{
“isEnabledInOrganization”: true,
“disabledForGroup”: “$GroupId”
}”
Invoke-MgGraphRequest -Method Patch -Uri $Uri -Body $Settings -ContentType “application/json”
# Wieder aktivieren / Gruppe zurücksetzen
$Settings = @”{
“isEnabledInOrganization”: true,
“disabledForGroup”: null
}”
Invoke-MgGraphRequest -Method Patch -Uri $Uri -Body $Settings -ContentType “application/json”Code-Sprache: PHP (php)
Copilot Memory ist Teil einer breiteren Strategie, die generative KI im Arbeitsalltag zu verankern. Microsoft sieht in der Personalisierung eine Möglichkeit, den Mehrwert gegenüber generischen Chatbots wie ChatGPT zu steigern. Weitere Beispiele sind die „Prioritize My Inbox“‑Funktion, mit der Sie Copilot beibringen, wie E‑Mails gefiltert werden sollen. Ich persönlich schätze es, Informationen nicht ständig wiederholen zu müssen – genau das leisten diese Personalisierungsfunktionen. Ob sie sich auf breiter Front durchsetzen, wird sich zeigen.
Fazit: Ihr Vorsprung durch Copilot Memory
Mit Copilot Memory schlägt Microsoft ein neues Kapitel auf: Die generative KI passt sich an Ihre Arbeitsweise an, merkt sich Präferenzen und liefert dadurch präzisere Ergebnisse. Für Unternehmen bieten die Graph‑API‑Einstellungen die nötige Kontrolle, um die Funktion gezielt zu aktivieren oder zu deaktivieren. Schon heute lohnt es sich, mit Erinnerungen zu experimentieren und zu definieren, wie Copilot Sie am besten unterstützen kann.
Sie interessieren sich generell für KI‑gestützte Automatisierung? Dann empfehlen wir unseren Beitrag „Mit KI zum Wissensvorsprung – Wie wir News aus der Microsoft 365‑Welt automatisiert auswerten“. Dort zeigen wir, wie sich aktuelle Nachrichten aus der Microsoft‑Welt automatisiert sammeln und analysieren lassen – ein praktisches Beispiel für den Einsatz intelligenter Agenten.
Nächste Schritte
Die digitale Arbeitswelt entwickelt sich rasant weiter. Nutzen Sie die Chance, frühzeitig von KI‑Personalisierung zu profitieren und Ihre Abläufe effizienter zu gestalten. Wir unterstützen Sie gern bei der Einführung und Governance von Copilot Memory sowie anderen Microsoft‑365‑Innovationen. Vereinbaren Sie jetzt ein unverbindliches Erstgespräch, um Ihren individuellen Anwendungsfall zu besprechen.